Schule Kontakt Aktuelles
Schule
 

Religion oder Ethik?

Die 1. Klasse ist etwas ganz Besonderes – in der Schule wie im Leben. Vieles wird anders und neu. Fragen müssen beantwortet und Entscheidungen getroffen werden.

An unserer Schule können die Schülerinnen und Schüler zwischen evangelischer Religion und Ethik wählen.

Im Religions- und Ethikunterricht werden religiöse, ethische und philosophische Fragen neugieriger Kinder beantwortet. Für Grundschulkinder ist das Leben ein Abenteuerspielplatz, in dem nichts für selbstverständlich genommen und alles hinterfragt wird. Kinder sind neugierig und ständig dabei, ihre eigene Welt zu entdecken und ihre Werte zu formen.

Für die großen Fragen der Kindes nach dem Woher, Wozu und Wohin gibt es im Religionsunterricht Raum und Zeit. Christliche Grundwerte wie Respekt, gegenseitige Wertschätzung, Toleranz, Hilfsbereitschaft und die Achtung der Schöpfung stehen im Mittelpunkt des Unterrichts, ebenso wie ethische und philosophische Fragen. Die Kinder hören Geschichten aus der Bibel und stellen hier Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach Gott. Das Wissen über die verschiedenen Weltreligionen hilft, vorurteilsfrei und weltoffen zu werden.

Der Religionsunterricht ist grundsätzlich für alle Schülerinnen und Schüler offen, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Religionsgemeinschaft.

Auch im Fach Ethik werden ähnliche Fragen gestellt. Die Kinder sammeln Argumente und diskutieren diese anschließend. Dabei bilden die Menschenrechte den Ausgangspunkt des Unterrichts. Die Kinder sollen ihren eigenen Standpunkt kennenlernen und damit dialogfähig werden. Ebenso gehören Geschichten und Spiele zum Unterricht dazu.

Es wird allerdings immer wieder gefragt, warum im Ethikunterricht, vor allem in Klasse 3, so intensiv das Christentum behandelt wird, da die Kinder ja eigentlich „Ethik und nicht Religion gewählt haben“. Diese Frage ist einfach zu beantworten: Im Ethikunterricht werden alle Weltreligionen deskriptiv behandelt. Die Kinder lernen Feste, Feiern und Traditionen der größten Religionsgemeinschaften der Welt kennen. Das Christentum hat an dieser Stelle den größten Anteil an Unterrichtsstunden, da wir in einem christlich geprägtem Land leben, in dem an vielen christlichen Feiertagen schulfrei ist, christliche Feste wie Weihnachten oder Ostern von vielen Kindern gefeiert werden und die meisten Menschen in Deutschland dieser Religionsgemeinschaft angehören. In der 4. Klasse lernen die Kinder dazu noch das Judentum und den Islam mit ihrer Geschichte und ihren Traditionen kennen. Hierbei werden die 3 Weltreligionen vergleichend, hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede, gegenübergestellt.  

Ein weiterer Schwerpunkt des Ethikunterrichts ist das Ausbauen des Gerechtigkeitsbewusstseins. Die Kinder sollen lernen, ihr eigenes, tägliches Handeln zu reflektieren. Hierin sollen sie sich selbst als Spuren verursachendes Individuum verstehen, dessen Denken und Handeln in der Gegenwart Konsequenzen in der Zukunft verursacht. Gut, Böse, Richtig, Falsch, Ja, Nein, Umgang mit Konflikten zwischen Mitmenschen, schwere Entscheidungen und Dilemmata stehen im Fokus des Unterrichts. Die Kinder verbinden ihre eigenen Erfahrungen mit Geschichten sowie geschilderten Situationen und sollen somit Lösungsstrategien für ihr eigenes Leben kennenlernen und weiterentwickeln.

Sowohl im Religions- als auch im Ethikunterricht tauschen sich die Kinder über verschiedene Themen wie eigene Fähigkeiten und Stärken, Gefühle, Freundschaft, Familie, Feste und Feiern, verschiedene Religionen usw. aus. Der Unterricht soll ebenso dabei helfen, das Selbstwertgefühl der Kinder aufzubauen und zu stärken.

 

D. Gothe / B. Beyer